Nachdem in einer Nacht&Nebel-Aktion am Freitag, dem 30.7.2010 ein Bauzaun um den vom Abriss bedrohten Nordflügel am Stuttgarter Hauptbahnhof errichtet wurde, gewinnt der aktive Widerstand der Bevölkerung an Fahrt. Am Abend der Aufstellung wurden die Straßen rund um den Hauptbahnhof bis in die Nacht hinein blockiert. An den darauffolgenden Tagen gab es tägliche Demos und Kundgebungen mit immer rund 5.000 TeilnehmerInnen.
Zur Großdemo am 7.8. kamen ca. 20.000 Menschen und der Protest reisst nicht ab. Wir fordern alle Stuttgarter BürgerInnen sowie insbesondere alle Studierenden auf, sich am Protest gegen Stuttgart21 zu Beteiligen. Argumente gegen Stuttgart21 finden sich hier.
Wichtige Informationen und aktuelle Termine gibt es auf folgenden Websites:
Die Veranstaltung mit Prof. Stephan Lessenich: Der neoliberale Sozialstaat: Hartz IV und Aktivierung, die für Dienstag, den 13.7. angesetzt war, muss leider entfallen. Wir bitten um Beachtung.
Vortrag und Diskussion
Prof. Michael Weingarten/Dr. Annette Ohme-Reinicke: “Was heißt kritische und emanzipatorische Bildung heute?”
Veranstaltungsreihe “Bildung und Befreiung. Ansätze kritischer politischer Bildung”
In kapitalistisch verfassten Gesellschaften bewegt sich Bildung immer in einem widersprüchlichen Verhältnis von Emanzipation und Herrschaft – so die Diagnose des Bildungstheoretikers Heinz-Joachim Heydorn. Einerseits soll Bildung für die Verwertungszwänge des Kapitals funktionalisiert werden, andererseits kann sie darin nicht völlig aufgehen. Denn die Momente von Emanzipation und Selbstbestimmung, die jeglicher Bildung innewohnen, leisten hartnäckig Widerstand. Doch gerade diese emanzipatorischen Aspekte werden vom neoliberalen Kapitalismus wiederum in Dienst genommen. Die Dialektik von Bildung und Herrschaft könnte eine weitere Schleife drehen.
Vor diesem Hintergrund fragt der Vortrag, wie Begriff und Praxis emanzipatorischer Bildung heute zu denken sind und welche Rolle Schulen und Universitäten dabei spielen – drängende Fragen in Zeiten von PISA, Bologna Exzellenzinitiative und unternehmerisch geführter Hochschulen.
Michael Weingarten ist Professor am Institut für Philosophie der Uni Stuttgart, Annette Ohme-Reinicke ist dort Lehrbeauftragte.
Gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung BaWü
Vortrag und Diskussion
Prof. Stephan Lessenich: Der neoliberale Sozialstaat: Hartz IV und Aktivierung
Veranstaltungsreihe “Sozialstaatlichkeit im Wandel”
Der Sozialstaat befindet sich in einer Phase nachhaltiger Umbrüche. Globaler Wettbewerb und knappe Kassen, Emanzipation und demographischer Wandel sind nur einige Elemente eines komplexen Bedingungszusammenhangs, der den Sozialstaat seit geraumer Zeit massiv unter Druck setzt.
Der in diesem Kontext sich vollziehende Wandel vom (ver-)sorgenden zum aktivierenden und investiven Sozialstaat steht im Mittelpunkt des Vortrages. Er deutet den aktuellen Umbau des Sozialstaats als eine Neuerfindung des Sozialen – im Sinne einer (re-formierten) “Aktivgesellschaft”, in der Mobilität, Flexibilität und Produktivität zu politischen Steuerungsformeln individuellen Selbstzwangs verkommen.
Stephan Lessenich ist Professor für Soziologie an der Universität Jena. Seine Forschungsschwerpunkte sind: kritische Gesellschaftstheorie und Soziologie des Sozialstaats. Er ist u.a. Autor des Buches “Die Neuerfindung des Sozialen: Der Sozialstaat im flexiblen Kapitalismus” (2008) und Mitautor des Diskussionsbandes “Soziologie – Kapitalismus – Kritik: Eine Debatte”.
Gemeinsame Veranstaltung mit attac Stuttgart und der Rosa-Luxemburg-Stiftung BaWü
Anbei Informationen zu den Sternmärschen und zur Kundgebung gegen S21 am 10.7.
zu der wir euch herzlich einladen.
Es wird Sternmärsche von 4 Punkten in den Schlossgarten geben.
- 11.30 Bad Cannstatt Bahnhof
- 13.00: Wilhelmsplatz Stuttgart
Berliner Platz
Stöckach
Dann ab 14.00Uhr eine Kundgebung und musikalische Beiträge u.a. von:
Walter Sittler, Schauspieler
Winfried Hermann, MdB, Bündnis 90 /Die Grünen, Sprecher des Verkehrsausschusses
Brigitte Dahlbender, Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz
Gangolf Stocker
Wolfgang Schorlau, Autor
Max Herre
Tobias Borke
Borna
Sarah Wegener
Christine Busch
Sir Waldo Weathers and the Soul of James Brown
Hiss
AktivistInnen der Linken Hochschulgruppe treffen sich auf dem Wilhelmsplatz gegen
13.00Uhr, wer dazustoßen möchte ist herzlich eingeladen.
Film, Vortrag und Diskussion
Aufstand der Zapatista
Geschichte und aktueller Bezug zu einer indigenen Bewegung, die sich in der
Weltöffentlichkeit seit 1994 durch ungewohnte Kreativität und fortschrittliche
Ideen für ein bewusst antikapitalistisches basisdemokratisches und
undogmatisches Gesellschaftskonzept einsetzt und damit insbesondere die
Globalisierungskritik beeinflusst hat
Der erste Teil des Abends soll eine kurze Einführung zum Hintergrund und den
Anfängen des indigenen Aufstandes geben. Im dafür gezeigten Film „Der Aufstand
der Würde“ (65 min., D 5/2007) werden das alltägliche Leben in Chiapas,
Süd-Mexico und die Auswirkungen des Aufstandes auf die bäuerlichen
Gemeinschaften vorgestellt. Weiterhin erfährt die/der Interessierte mehr zu den
Strukturen der Zapatista, zu ihren vielen kreativen internationalen Kampagnen
sowie zum globalisierungskritischen, radikal basisdemokratischen Politikverständnis.
Im zweiten Teil des Abends wird die Referentin Katja Barth (CAREA e. V.) auf die
eigentlichen Strukturen, die angestrebte Autonomie und die eigene praktische
Umsetzung der Forderungen der Zapatista näher eingehen. An dieser Stelle wird
genügend Zeit für Nachfragen und kurze Diskussionsbeiträge sein.
Vortrag und Diskussion
Stephan Peters: Burschen (he)raus? Welche Funktionen hat eine studentische Verbindung in einer modernen Gesellschaft?
Sie wirken antiquiert, teilweise sind sie Karnevalsvereinen ähnlich, sie pflegen merkwürdige Rituale. Es sind nur Männer zugelassen, Frauen sind schmuckes Beiwerk. Sie helfen sich gegenseitig an gute Posten zu kommen, sie pflegen ihre Netzwerke. Sie sind politisch aktiv, fallen jedoch kaum auf.
Es geht um studentische Verbindungen, Korporationen, Burschenschaften. Wer sind sie, was machen sie, was wollen sie und wie vertragen sich diese Bünde mit einer modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.
Gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung BaWü
Wie ihr hoffentlich schon wisst, finden am Samstag, den 12.6. zwei größere
Krisendemos in Stuttgart und in Berlin statt.
Wir von der Linken Hochschulgruppe Stuttgart beteiligen uns an der Mobilisierung
und schreiben euch an, um euch zu informieren und herzlich zu den
Demonstrationen und insbesondere dem Bildungsblock, welcher den zusammenhang
zwischen Bildungsprotest und Krisenprotest herstellen soll, einzuladen.
Wir haben uns in den letzten Wochen einen Diskussionsbeitrag bzw. Aufruf zur
Krisendemo erarbeitet. Insbesondere wird hier Arbeit und Leistung als Ideologie
thematisiert sowie ausgeführt, welche Funktion Bildung in einer kapitalistischen
Gesellschaft hat, um damit die Notwendigkeit eines Bildungsblocks auf dem Demo
zu verdeutlichen und Bildungspolitik in einen größeren Kontext zu stellen. Aber
lest selbst: hier
Wir freuen uns über Kritik und Anregungen!
Auftakt der Demo ist um 10.00Uhr in der Lautenschlagerstr./Stuttgart (gegenüber
HBF). Die Demo startet dann um 11.00Uhr.
Der Bildungsblock stellt sich an der Ecke Lautenschlagerstr/Kronenstr. ( siehe hier) ab 10.00Uhr auf.
In der Woche vom 7.-13. Juni gibt es wieder größere Proteste im Rahmen des Bundesweiten Bildungsstreiks sowie der Krisenproteste. Dabei wird es in Stuttgart eine Großdemo am Mittwoch, den 9.6. explizit zur Bildungspolitik geben sowie eine Krisendemo am Samstag, den 12.6. Dort wird es einen Bildungsblock geben.
Wir arbeiten an einem eigenen Aufruf, der demnächst hier veröffentlicht wird.
Weitere Informationen folgenden bald. Bitte beachtet auch unsere Veranstaltungen.
Vortrag&Diskussion: Konsum im Kapitalismus: ‚Wohlstands- und Überflussgesellschaft’ - ‚Konsumterror und Konsumentenmacht’ von Prof. Dr. Hans Schwarz
Wer heute noch behauptet, Arbeiter hätten im Kapitalismus nichts zu verlieren als ihre Ketten, macht sich lächerlich. Nicht zuletzt vor den Leuten, von denen die Rede ist. Wir leben nämlich in einer „Wohlstandsgesellschaft“, auch wenn die kleinen Unterschiede zwischen Kaufhäusern und Discountern, Gourmetrestaurants und Frittenbuden, Studiosus- und Low-Budget-Reisen Zweifel an der Behauptung aufkommen lassen könnten. Der Konsum der Menschen gilt einfach als letztes Ziel dieser Wirtschaft und als überaus gut bedient dazu. Als müsste um jeden Euro Lohn gekämpft werden, wenn dem so wäre!
Eine Kritik am Konsum im Kapitalismus gibt es allerdings auch. Die Gesellschaft laboriert nach verbreiteter Auffassung an einem Zuviel davon, so dass sie auch „Überflussgesellschaft“ heißt. Der „Konsumterror“ lauert in jeder Einkaufspassage und kommt jeden Abend mit der TV-Werbung ins Haus, die mit ihrer Manipulation „künstliche Bedürfnisse“ kreiert, damit die Kassen klingeln. Als rastloser Autofahrer versaut dann der Konsument das Klima, als unersättlicher Fleischesser nötigt er die Agrarindustrie, zu minimalen Preisen maximale Mengen von Gammelfleisch über den Tresen zu reichen.
So kommt „König Kunde“ in den Genuss einer Doppelrolle: Als Konsument darf er dem Kapitalismus für eine Leistung danken, die gar nicht im Programm ist, nämlich Versorgung. Und die schädlichen Wirkungen, die das kapitalistische Wachstum tatsächlich auf Natur und Gesundheit hat, weil Gewinn statt Versorgung sein Ziel ist, darf der Konsument seinen maßlosen Ansprüchen zurechnen.
Der Vortrag will nicht nur erläutern, welche Rolle der Konsum im Kapitalismus faktisch spielt, sondern auch die gängigen Ideologien über „König Kunde“, seine Anfälligkeit für die Tricks der Werbung sowie seine „Konsumentenmacht“ kritisieren und diese Kritik zur Diskussion stellen.
Donnerstag, 28.1.2010, 19.00Uhr ct Stuttgart | Uni Stadtmitte, K I, Raum 6.05, Keplerstr. 11